Aufruf zu mehr Glauben, Staunen, Zuversicht

Im Rahmen der diesjährigen Fastenpredigten sprach der Kemnather Pfarrvikar Dr. Eugen Yurchenko zu zahlreichen Gläubigen über zentrale Fragen des Glaubens und der kirchlichen Zukunft. Seine Predigt stand ganz im Zeichen der Ermutigung, den eigenen Glauben neu zu bedenken und bewusster zu leben.

 

Zu Beginn erinnerte Dr. Yurchenko daran, dass Gott treu ist und der christliche Glaube auf Einheit, Frieden und Verlässlichkeit gegründet ist. Gerade in einer Zeit vieler Unsicherheiten brauche es Menschen, die aus diesem Vertrauen heraus leben. Ein wichtiger Gedanke seiner Predigt war dabei der Blick auf das eigene Leben. Statt sich ständig mit den Fehlern anderer zu beschäftigen, solle jeder Mensch zuerst über das eigene Handeln nachdenken. Er lud dazu ein, die eigenen Erfahrungen – sowohl Schicksalsschläge als auch Freuden – im Licht Gottes zu betrachten. Wenn Jesus den Niedergang der Kirchen sähe, so Dr. Yurchenko, würde er wohl die Kirche in Europa dazu aufrufen, sich wieder intensiver und persönlicher mit dem Glauben auseinanderzusetzen, statt ihn nur als Streit zu sehen, welcher Weg dabei der richtige ist.

 

Kritisch äußerte sich Dr. Yurchenko dabei über eine oft negative Grundhaltung in Kirche und Gesellschaft. Wer ständig negativ denke, könne kaum Positives erwarten. Entscheidend sei daher nicht allein Strukturdebatten zu führen, sondern den Glauben selbst wieder zu vertiefen. Er regte an, sich auch im Alltag persönlich stärker auf das Wesentliche zu konzentrieren: weniger Fernsehen und Social Media – und dafür mehr Zeit für Gespräche, Glauben und Nachdenken. Die Liebe steht dabei im Vordergrund, nicht das Management, erinnerte der gebürtige Ukrainer an die Botschaft Jesu Christi am Kreuz. Eine weitere Fastenpredigt findet in der Pfarrei am 26. März zusammen mit Pfarrer Reinhard Forster aus Kirchenpingarten zum Thema „Eingeladen zur Umkehr“ statt.

 

Bei Pfarrvikar Dr. Eugen Yurchenko bedankte sich Pfarrgemeinderat Roman Melzner.